Das Brandverhalten von isofloc Zellulosedämmstoff

brandverzögernde Wirkung von der Feuerwehr geschätzt

Die Baustoffe in der Bundesrepublik Deutschland werden aufgrund von Normprüfungen auf ihre grundsätzliche Brennbarkeit geprüft und klassifiziert. Grob wird hier zwischen brennbaren (B-Baustoff) und unbrennbaren Baustoffen (A-Baustoff) unterschieden. Dabei ist diese Klassifizierung ein Kriterium für die Beurteilung in der Brandentstehungsphase (direkte Beflammung des ungeschützten Baustoffes).

Das Verhalten als Baustoff

Aufgrund des hohen organischen Anteils von isofloc ist es naturgemäß ein brennbarer Baustoff (Baustoffklasse B2, normal entflammbar nach DIN 4102-1). So wie Massivholz, die meisten Holzwerkstoffplatten und viele andere Dämmstoffe auch. Daran werden auch die zukünftigen europäischen Normen nichts ändern, auch wenn sich die Benennungen ändern und feinere Unterteilungen möglich sein werden.

derzeitige deutsche Baustoffklassen und die europäischen Euroklassen

eine Gegenüberstellung

Bauauf- sichtliche Bez. Baustoff- klasse nach DIN 4102-1 Euro- Klasse Anforderungs- Niveau Brandstadium  
nicht brennbar A1 A1 kein Beitrag zum Brand voll entwickelter Raumbrand ca. 60  kW/m³
  A2 A2 vernachlässig- barer Beitrag zum Brand    
schwer entflammbar B1 B sehr geringer  Beitrag zum Brand einzelner brennender Gegenstand ca. 40 kW/m³
    C geringer Beitrag zum Brand    
normal entflammbar B2 D hinnehmbarer Beitrag zum Brand    
    E hinnehmbares Brandverhalten kleine Flamme 20 mm Flamme
leicht entflammbar B3 F keine Anforderungen    

Somit darf isofloc nach den Landesbauordnungen in den meisten Gebäuden eingesetzt werden. Ausnahmen mit der Forderung „unbrennbare Dämmstoffe“ gibt es bei höheren Gebäuden, Gebäuden besonderer Nutzung und im Industriebau.

Durch die Verkohlung und die Borsalzimprägnierung kommt es bei Beflammung von Zellulosedämmstoff isofloc auf der Oberfläche zur Kohlebildung, wie das vom Holzbrand her bekannt ist. Der Dämmstoff verglimmt oberflächlich zu Holzasche. Die Holzasche hat einen sehr hohen Schmelzpunkt, der ein Schmelzen selbst bei sehr hohen Temperaturen verhindert. Der oberflächlich verglommene Dämmstoff behält dadurch die Dämmstoffstruktur und damit auch die dämmende Wirkung bei hohen Temperaturen. Der Glimmprozess in das Innere des Dämmstoffes wird durch diese Einflüsse verlangsamt und die Abbrandzeit reduziert sich. Was jedoch wie bei Holz im Brandfall als Vorteil (Schutzwirkung der Kohleschicht) angesehen wird, bedeutet für den Brandprüfer Zerstörung. Deshalb trägt die Baustoffklasse dem eigentlich guten Brandverhalten von isofloc nicht angemessen Rechnung.

Das Verhalten in Konstruktionen

brandschutz1.png

Das gute Brandverhalten wird weiterhin durch Feuerwiderstandsklassen von F30 bis F90 geprüfter isofloc- Konstruktionen dokumentiert. Die benötigten Beplankungen für die entsprechenden F-Klassen sind nicht aufwendiger als für z.B. die mit unbrennbaren Glaswolldämmstoffe, da die bereits bei ca. 600°C schmelzen und die Holzkonstruktion dem Feuer preisgeben, während isofloc nicht schmilzt und je nach Konstruktion die F-Klasse aktiv verlängert. Je nach Konstruktion deshalb, da dies nur geschehen kann, wenn isofloc nach dem Versagen der Beplankung im Gefach verbleibt. Diverse Brandfälle belegen das gute Brandverhalten von isofloc. Einige sind in einem Sonderdruck aus der Isoliertechnik 3/98 (Naturbaustoffe und Brandschutz, Brandverhalten von Zellulose überzeugt Bauherren, Behörden und Feuerwehr) dokumentiert.

brandschutz2.jpg

Hinter den Dämmstoffen erkennbar ist die OSB, die zwischen den Leichtträgern sitzt. Rechts hinter der Steinwolle verbrannt, links noch unverbrannt, geschützt durch isofloc, welches zur Begutachtung zur Seite gekratzt wurde. Diese und die Ergebnisse der Bauteilversuche belegen auch, dass die prinzipielle Brandlast (freigesetzte Energie durch den Zelluloseanteil) von isofloc in der Regel kein Problem darstellt!

Der brandverzögernden Wirkung durch den Verkohlungseffekt wird größere Bedeutung beigemessen, so dass nach Brandvorführungen vor Bauherren, Behörden und Berufsfeuerwehren schon viele Ausnahmegenehmigungen erteilt wurden. isofloc wurde daraufhin schon oft in Bauvorhaben eingesetzt, wo eigentlich aufgrund der Gebäudeklasse und Nutzung unbrennbare Dämmstoffe (A-Baustoff) gefordert waren. So z.B. im Kurhaus Bad Elster wobei isofloc in einem späteren realen Brandfall dort seine positiven Eigenschaften beweisen konnte, so dass auch das neue Dach später wieder mit isofloc gedämmt werden durfte (Dokumentation im o. g. Artikel) oder z.B. auch bei über 15 Mehrfamilien-Reihenhäusern im sozialen Wohnungsbau in Rüsselsheim.

Schriftliche Unterlagen zu diesem Thema:

  • Prüfung der Baustoffklasse B2 für isofloc L (T-B-A02)
  • Prüfzeugnisse der F-Klassen F 30 bis F 90 für viele Bauteile
  • Sonderdruck aus der Isoliertechnik 3/98 (Naturbaustoffe und Brandschutz, Brandverhalten von Zellulose überzeugt Bauherren, Behörden und Feuerwehr

Ein Versuch

Für isofloc legen wir die Hand in's Feuer!


Achtung Hinweis
Dieser Brandversuch funktioniert nur mit isofloc Zellulosedämmung, jedoch nicht mit Dämmstoffen aus Polystyrol, Glaswolle oder Steinwolle (Verletzungsgefahr)!

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