Schalldämmung mit isofloc Zellulosedämmung

über Schallschutz, Strömungswiderstände, akustische Kopplungen...


Es gibt natürlich unterschiedliche Schallarten ;)

Jahrzehntelang hat man dem Schallschutz zu wenig Beachtung geschenkt. Aussagen wie: „An schlechtem Schallschutz ist noch niemand gestorben“ waren oft zu hören. Die gestiegenen Lärmbelastungen durch mehr Industrie und Verkehr, “Verdichtetes Bauen“ und Erkenntnisse über den Krankmacher „Lärm“ haben jedoch zu einer Sensibilisierung geführt.

Nur Massivbau dämmt Schall, Leichtbau ist besser schalldämmend - was von Beidem stimmt? Was sind Masse-Feder-Masse- Systeme und warum dämmen sie den Schall unter Umständen schlechter als entkoppelte Leichtbau- Elemente? Längenspezifischer Strömungswiderstand von Dämmstoffen, Schallabsorptionsgad - das sind wichtige Kenngrößen und ...

Wir dämpfen die Schalldiskussion und präsentieren Ihnen die Fakten!

Massivbau oder Leichtbau

Das Flächengewicht spielt (auch) eine Rolle

Die Tatsache, dass die Luftschalldämmung im Massivbau vom Flächengewicht der Bauteile abhängt, wurde von Verkäufern durch die Behauptung „Nur Masse dämmt den Schall“ verfälscht. Unterschlagen wurde auch, dass das Massegesetz erst ab ca. 150 kg/m² wirkt.
Und natürlich, dass mit leichten entkoppelten Bauteilen ebenfalls ein sehr guter Schallschutz erreichbar ist.

So weist z.B. eine 450 kg/m² schwere Massivwand nach DIN 4109 ein bewertetes Luftschalldämm-Maß von 53 dB auf.
Eine konsequent getrennte Holzständer-Doppelwand mit je Seite 2 Lagen Fermacell-Gipsfaserplatten und Hohlraumbefüllung mit isofloc wiegt nur ca. 70 kg/m² und kommt auf 66 dB!!

Je nach Beanspruchung muss jedoch berücksichtigt werden, dass die leichteren Bauteile im tieffrequenten Bereich geringere Schallschutzwerte als schwere Massivbauteile aufweisen. Seit einigen Jahren wird dies in Prüfberichten durch Spektrumanpassungswerte berücksichtigt.

Die Aufgabe des Dämmstoffes beim Schallschutz

Viele Bauteile bestehen aus sogenannten Masse-Feder-Masse-Systemen. Im Leichtbau z.B. durch die Beplankungen mit der dazwischen liegenden Luft- oder Dämmschicht. Je steifer und schallhärter die Dämmschicht, umso stärker ist der Resonanzeinbruch und um so schlechter die Schalldämmung. Dieser Effekt tritt im Übrigen auch bei sogenannten Wärmedämm-Verbundsystemen im Massivbau auf. Steife Polystyrolplatten (Feder) auf der massiven Wand (Masse) mit einem Außenputz (Masse) führen zu einer Verschlechterung der Schalldämmung!! Daraus resultierten zwei Anforderungen an Dämmstoffe in Gefachen:

  • Sie dürfen den Schall nicht reflektieren sondern müssen ihn „einziehen“ lassen, im Dämmquerschnitt absorbieren, damit auf der anderen Seite möglichst wenig ankommt.
  • Liegt der Dämmstoff an beiden Beplankungen an, darf er keine zu hohe dynamische Steifigkeit aufweisen, sonst könnte Energie in Form von Körperschall über den Dämmstoff auf die andere Seite übertragen werden

Hoher Schallabsorptionsgrad

korreliert mit einem hohen längenspezifischen Strömungswiderstand

Isofloc Zellulosedämmstoffe erfüllen diese Anforderungen perfekt. Mit dem hohen Schallabsorptionsgrad korreliert ein hoher längenspezifischer Strömungswiderstand. Die Luftschallwelle im Dämmstoff erfährt durch Reibung an den Fasern einen hohen Widerstand. Die Schallenergie (in Form von Luftschalldruck) wird letztendlich in Wärme umgewandelt. Was hier verloren geht, ist auf der anderen Seite nicht mehr zu hören! Bei den bei der isofloc- Dämmung zum Einsatz kommenden Rohdichten (30 – 65 kg/m³) ist die dynamische Steifigkeit nachweislich nicht zu hoch. Dies ist besonders wichtig, liegt doch die Dämmung durch das Einblasen an beiden Schalen an.

Letztendlich variieren die o. g. Eigenschaften natürlich mit der Rohdichte. Die Werte liegen jedoch schon bei niedrigen Rohdichten (Wanddämmung z.B. ab ca. 45 kg/m³) im optimalen Bereich. Höhere Rohdichten von Dämmstoffen bringen daher im Gegensatz zur landläufigen Meinung keine Vorteile im Einzahlwert (Endwert in dB). Lediglich im tieffrequenten Bereich, wo Leichtbauteile ihre Schwächen (s.o.) haben, weisen sie bessere Werte auf.

Wird die Rohdichte zu hoch steigt die Reflektion und die dynamische Steifigkeit und die Bauteil- dB-Werte mit solchen Dämmstoffen werden enorm schlechter als mit leichten Dämmstoffen.

50mm isofloc angesprüht: Prüfwert 47 dB

teil-vollbefuellung.gif

Die unten aufgeführte Tabelle zeigt die Messergebnisse (Prüfwerte) einer 100 mm dicken C-Profilwand mit je Seite 12,5 mm Gipskarton-Bauplatte (GKB) und verschiedenen Dämmstoffen. Die Platten- und Fliesdämmstoffe wurden in 80 mm Dicke eingebaut. Isofloc in 50 mm eingesprüht und mit 100 mm eingeblasen.
Die Dämmstoffe wiesen dabei folgende Rohdichten auf und erreichten die Prüfwerte in dB:

Dämmstofftyp
Dichte
(kg/m³)
Prüfwert
(dB)
Leerer Hohlraum
-
35
Schwere Holzfaserplatte
240
37
Glaswolle
14
47
Schafwolldämmung
30
45
Flachsdämmung
30
45
Leichte Holzfaserdämmplatte
160
46
Isofloc ca. 50 mm gesprüht
40
47
Isofloc 100 mm eingeblasen
48
48

Rohdichte ohne Einfluss

rohdichte.gif

Hier wird deutlich, dass die Rohdichte des Dämmstoffes im Einzahlwert keinen positiven Einfluss hat . Jedoch auch leichte Dämmstoffe wie Polystyrol oder Polyurethan verschlechtern in solchen Konstruktionen die Luftschalldämmung wegen ihrer hohen Steifigkeit.

Außerdem zeigt sich, dass isofloc gegenüber den konventionellen Dämmstoffen mindestens gleichwertig ist. Denn es gibt auch Beispiele bei sonst gleichen Konstruktionen, wo isofloc 1 bis 2 dB besser als Mineralfaserdämmstoffe war. Dies kann vermutlich der Einbautechnik (s.u.), aber nicht der Masse zugeschrieben werden.

Die Einbautechnik

Das Einblasverfahren schafft nicht nur die für den Wärmeschutz wichtige fugenlose Dämmung. Einbauten (z.B. Steckdosen etc.) und Anschlüsse an flankierende Bauteile lassen Luftschallwellen (Schlüssellocheffekt) in das Bauteil eindringen. Isofloc mit dem dichten, fugenlosen und verschnittfreien Einblasverfahren bringt hier erhöhte Sicherheiten gegenüber dem Luftschalldurchgang.

Der Einfluss des Füllgrades im Hohlraum

Wie im obigen Beispiel gezeigt erreichen die Bauteile mit 50 – 80% Füllgrad schon fast das Maximum. Die letzten 20% bringen ca. 1 dB mehr. Es ist also im Einzelfall zu entscheiden ob aus Schallschutzgründen einen Volldämmung oder ggf. einen zusätzliche Beplankung erforderlich ist. Bei isofloc wird durch das Einblasen die fugenfreie Volldämmung kostengünstig sozusagen systemimmanent mitgeliefert und ausgeführt. Dabei ist das Sprühverfahren mit dünneren Dämmdicken fast gleichwertig. Es sind jedoch im Trockenbau immer die Austrocknungszeiten und – möglichkeiten der CSO-Feuchte (Sprühverfahren mit Wasser) zu berücksichtigen.

Der Einfluss der Leichtbaukonstruktion

gitarre-1.jpg

Das Ständersystem im Leichtbau stellt sozusagen die akustische Kopplung zwischen den Beplankungen dar. Auch hier hat die Masse eher negativen Einfluss. Im massiven Holzständer kann Körperschall besser geleitet werden, als in einem leichten Metallständer. Bei sonst gleicher Konstruktion treten hier Differenzen zu Gunsten des Metallständers von bis zu 7 dB auf!
Durch entkoppelte Konstruktionen kann der Holzbau hier jedoch Gleichwertigkeit erreichen. Die Konkurrenz zum C-Profil besteht ohnehin nur bei nichttragenden Innenwänden.
Die optimal entkoppelte Konstruktion ist der Doppelständer (zwei eigenständige offene Wände stehen voreinander). Hier können höhere Einzahlwerte als im Massivbau erreicht werden (s.o.).
Es ist jedoch darauf zu achten, dass keine engen Luftschichten zwischen Beplankungen eingebaut werden. Je enger der Hohlraum (auch wenn er bedämpft ist) umso steifer ist die Luft, umso größer der Resonanzeinbruch und umso schlechter die Schalldämmung.

entkoppelung1.gif

Dies kommt besonders häufig dann vor, wenn Bauteile bereits mit beidseitigen Beplankungen versehen sind (z.B. vorgefertige Wände oder Decken) und dann durch Vorsatzschalen oder Federschienen eine Entkopplung eingebaut werden soll. Die hier gezeigten Konstruktionen machen es deutlich:
Die Haustrennwand weist brandschutztechnisch bedingt (wegen Grenzbebauung F 90-Anforderung) Beplankungen auf. Zwischen den Wänden befindet sich eine enge Fuge, die akustisch ungünstig ist, auch wenn sie bedämpft ist.

entkoppelung2.gif

Die rechten Wohnungstrennwände haben mittig keine Beplankung oder eine weiche und leichte Holzfaserdämmplatte (Beplankung 2). Die Hohlraumtiefe entspricht akustisch somit dem Abstand zwischen den raumseitigen Beplankungen und ist somit günstiger für die Eigenschwingung der Wand und führt so trotz geringerem Flächengewicht zu einem mindestens gleichwertigen oder teilweise besseren Ergebnis als die Haustrennwände (links).
Entkopplungen (Federschienen, Abhängungen) bringen zwischen zwei harten Schalen (alter Putz, Holzwerkstoff- oder Gipsplatten nur dann nennenswerte Verbesserungen im Schallschutz, wenn die Hohlraumtiefe ausreichend groß ist. Als Richtwerte für Beplankungen mit einem Flächengewicht von mind. 10 kg/m² können hier gelten:

  • 90 mm Hohlraumtiefe bei einer Bauplatte auf der Raumseite
  • 50 mm Hohlraumtiefe bei zwei Bauplatten auf der Raumseite

Verbesserungsmöglichkeiten an Massivbauteilen

Im Zuge von Energiesparmaßnahmen kommen Innen- oder Außendämmungen zum Einsatz. Dünne Innendämmungen als Vorsatzschalen haben dasselbe Problem wie oben beschrieben. Dabei ist es durchaus möglich, dass der Einzahlwert geringfügig besser wird, im tieffrequenten Bereich, wo diese Bauteile wegen ihrer Masse normalerweise gut sind, kommt es jedoch zu Verschlechterungen!
Das Problem der Polystyrol-Wärmedämm-Verbundsysteme wurde oben schon angesprochen. Andere Systeme wie Vorsatzschalen mit isofloc und verputzter oder hinterlüfteter Fassade verbessern in aller Regel die Schalldämmung in allen Frequenzbereichen.
Die Höhe der Verbesserung ist wie üblich von der Qualität der Ausgangswand abhängig.

Fazit

Mit entkoppelten Konstruktionen, biegeweichen Beplankungen und isofloc-Zellulosedämmung als Hohlraumbedämpfung können sehr hohe Schallschutzwerte erreicht, werden, die den Vergleich mit Massivbaukonstruktionen nicht zu scheuen brauchen.

Isofloc verfügt über alle Nachweise der akustischen Eigenschaften von isofloc und über viele Bauteilprüfungen, die in aller Regel auch die notwendigen Brandschutzanforderungen erfüllen können. Diese sind in unseren Planungsunterlagen dokumentiert. Als Architekt oder Ingenieur können Sie diese Unterlagen bei uns online anfordern oder über eine Passwortanfrage auch online einsehen. Bei Bedarf schicken Sie uns Ihre Anforderungen und Planungen und wir schicken Ihnen pdfs der vorhandenen passenden Prüfberichte, soweit verfügbar.

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Die isofloc-Konstruktionen erreichen mit normalen Konstruktionsdicken Feuerwiderstandsdauern von F 30-B bis F 90-B. Für ca. 300 Konstruktionsvarianten Dach, Decke, Wand liegen konkrete Prüfzeugnisse mit der Anleitung zur Ausführung der Konstruktion vor. Bei Beflammung ist Zellulosedämmstoff feuerhemmender als z.B. die Glasfaserdämmstoffe, die üblicherweise z.B. ins Dach eingebaut werden.

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