Fachwerk-Innendämmung mit Zellulosedämmstoff

für eine Innendämmung von Fachwerkwänden ist isofloc erste Wahl

Die Kommune Kaufungen ist eine der größten Lebensgemeinschaften in Deutschland. In einer kibbuzähnlichen Organisationsform arbeiten und leben hier rund 80 Personen nach dem Konsensprinzip in 13 verschiedenen Bereichen wie Handwerk, Sozialarbeit oder auch Landwirtschaft. Der Umbau eines zweigeschossiges Wohn-Fachwerkhaus aus dem 18. und 19. Jahrhundert und damit die energetische Sanierung erfolgte 1995. Die Maßnahmen wurden vom damaligen Zentrum für Denkmal und Handwerkspflege (ZHD), Propstei Johannisburg Fulda betreut und in einem ZHD-Projektbericht im Rahmen des DBU-geförderten Modellprojektes „Systemfindung Wärmeschutz“ dokumentiert und die Ergebnisse bewertet. Im Jahre 2000 wurde das Projekt mit dem 2. Preis im „Hessischen Landeswettbewerb für energetische Gebäudesanierung“ prämiert. Zum Einsatz in Sachen Dämmung kam der Zellulosedämmstoff des Herstellers isofloc.

Mit freundlicher Genehmigung SBM VERLAG GmbH, Magazin Baustoff Partner, Ausgabe Dezember 2005 Internet-Link: www.sbm-verlag.de
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Es handelt sich um ein Eichen-Sichtfachwerk mit Ausfachungen aus Lehm und Ziegeln. 1995 hat der Eigentümer neben den Dämmarbeiten die hierzu notwendigen konstruktiven Arbeiten (Holzreparaturen, Gefachergänzungen und Neuausfachungen) durchgeführt. Neue Fenster wurden eingebaut und das Heizsystem an die kommuneneigene muneneigene Wärmeerzeugung angeschlossen. Es wurden verschiedene Konstruktionen mit Innen- und Außendämmung realisiert. Dabei handelte es sich um vier Wandaufbauten: An der Nordost- und Nordwestfassade wurden Innendämmungen mit durchschnittlich 12cm Dämmdicke ausgeführt. Ein weiterer Aufbau mit Dampfbremse (sd-Wert 2,3m) wurde lediglich auf der Nordostfassade im Bad des Erdgeschosses realisiert. Alle anderen Innendämmungen wurden wie der erste Aufbau ohne Dampfbremse, lediglich mit einer Baupappe als Luftdichtigkeitsebene ausgeführt.
Ziel des ZHD-Projektes war es, Kenntnisse über das feuchtetechnische Verhalten des Fachwerkes an der Grenzfläche zur Dämmung zu gewinnen und zu ermitteln, ob sich die grundsätzlichen Vorteile eines diffusionsoffenen Aufbaus mit dem Zellulosedämmstoff „Isofloc“ in der Praxis bewähren. Die Messergebnisse sollten der Beurteilung der Einsatzfähigkeit dieses Dämmstoffes als Innendämmung auf Fachwerk dienen.

Messungen bestätigen Funktionstüchtigkeit

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Im ganzen Gebäude wurden 28 Feuchtemessfühler eingebaut. Hierbei konzentrierte man sich auf die Kontaktfläche zwischen Fachwerkholz und Innendämmung, weil dort die größten Probleme bei derartig dicken Innendämmungen erwartet werden. Zwischen August 1995 und Oktober 1997 wurden die Holzfeuchten monatlich abgelesen. Besonders kritisch wurde die Innendämmung auf der Wetterseite mit Sichtfachwerk betrachtet. Die Zellulosedämmung wurde im Sprühverfahren eingebaut. Hierbei wird dem Dämmstoff und dem Untergrund Wasser zugesetzt. Die Befeuchtung erzeugt Haftung und Verklebung (Pappmachée-Effekt). Die eingebrachte Feuchtemenge führte zu Beginn zu einem Anstieg der Holzfeuchte, die, da die Innenverkleidung recht schnell montiert werden musste, recht langsam bis zur Gleichgewichtsfeuchte abtrocknete. Der Effekt wurde noch durch die eingebrachte Feuchtigkeit im Zuge der Gefachsanierungen verstärkt. Ab Dicken von 8 cm kann der Zellulosedämmstoff auch trocken eingeblasen werden. Die Ausgangswerte der Holzfeuchten wurden nach neun Monaten erreicht. Der leichte Anstieg ab November 1996 ist auf Tauwasserbildung zurück zu führen, beschränkt sich aber auf wenige Masse-%. Bis zum Beginn des ersten Sommers nach Fertigstellung im Herbst 1995 trocknete alles auf Werte unter 20 M.-% aus. Schwankungen in den Sommermonaten sind vermutlich auf  Schlagregenbelastungen zurück zu führen. In den Jahren 1998 bis 2002 erfolgten keine Messungen. Im Juli 2003 und September 2005 ermittelte der isofloc-Anwendungstechniker Jürgen Küllmer die Holzfeuchten an den noch vorhandenen Messfühlern. Alle Werte lagen demnach im optimalen Bereich. Es war kein Auffeuchtungseffekt erkennbar. Die Wer-te lagen tendenziell unter den Messergebnissen aus vergleichbaren Zeiträumen in den ersten beiden Jahren. Der innere sd-Wert im Aufbau ohne Dampfbremse liegt etwas unterhalb von dem für Fachwerk-Innendämmung empfohlenen 0,5 bis 2m. Das führt in der Tauperiode zu einer etwas höheren Holzfeuchte als bei der Variante mit Dampfbremse, bringt jedoch auf der Nord-Westfassade, wo der Einfluss von Schlagregen den Eintrag der winterlichen Diffusion um ein Vielfaches überschreitet, ein höheres Austrocknungspotential nach innen. Hinzu kommt, dass der Zellulosedämmstoff  die Tauwassermenge im Winter durch Erhöhung der Gleichgewichtsfeuchte reduziert und Befeuchtungen von außen aufnehmen kann und somit Gefach und Holz entlastet. Dies bestätigen die Autoren des ZHD-Berichtes in ihrer Gesamtbewertung, fordern jedoch für einige Messstellen weitere Beobachtungen. Sie erfolgten in den Jahren 2003 bis 2005 und belegen die dauerhafte Funktionstüchtigkeit einer Innendämmung auf Sichtfachwerk mit  Zellulosedämmstoff „Isofloc“ auch bei Dämmdicken bis 13cm. Ein weiterer Beleg für die Vorteile der diffusionsoffenen Bauweise mit feuchtedynamischen Baustoffen.

Mit freundlicher Genehmigung SBM VERLAG GmbH, Magazin Baustoff Partner, Ausgabe Dezember 2005
Internet-Link: www.sbm-verlag.de

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Im Winter reicht es, wenn eine Konstruktion dämmt. Unter sommerlichen Bedingungen muss eine Konstruktion möglichst über den gesamten Querschnitt dämmen und gleichzeitig Wärmeenergie speichern können.
Das leisten Konstruktionen mit Bau- und Dämmstoffen auf der Basis Zellulose und Holz besonders gut.
Dachgeschoßräume, „kühl im Sommer und warm im Winter“, sind so realisierbar. Der Planer kann eine sehr gute Planung abliefern. Der Bewohner bekommt bei normalen Kosten für die Dämmleistung die übliche Behaglichkeit im Winter und zusätzlich die im Sommer.

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