Im ganzen Gebäude wurden 28 Feuchtemessfühler eingebaut. Hierbei konzentrierte man sich auf die Kontaktfläche zwischen Fachwerkholz und Innendämmung, weil dort die größten Probleme bei derartig dicken Innendämmungen erwartet werden. Zwischen August 1995 und Oktober 1997 wurden die Holzfeuchten monatlich abgelesen. Besonders kritisch wurde die Innendämmung auf der Wetterseite mit Sichtfachwerk betrachtet. Die Zellulosedämmung wurde im Sprühverfahren eingebaut. Hierbei wird dem Dämmstoff und dem Untergrund Wasser zugesetzt. Die Befeuchtung erzeugt Haftung und Verklebung (Pappmachée-Effekt). Die eingebrachte Feuchtemenge führte zu Beginn zu einem Anstieg der Holzfeuchte, die, da die Innenverkleidung recht schnell montiert werden musste, recht langsam bis zur Gleichgewichtsfeuchte abtrocknete. Der Effekt wurde noch durch die eingebrachte Feuchtigkeit im Zuge der Gefachsanierungen verstärkt. Ab Dicken von 8 cm kann der Zellulosedämmstoff auch trocken eingeblasen werden. Die Ausgangswerte der Holzfeuchten wurden nach neun Monaten erreicht. Der leichte Anstieg ab November 1996 ist auf Tauwasserbildung zurück zu führen, beschränkt sich aber auf wenige Masse-%. Bis zum Beginn des ersten Sommers nach Fertigstellung im Herbst 1995 trocknete alles auf Werte unter 20 M.-% aus. Schwankungen in den Sommermonaten sind vermutlich auf Schlagregenbelastungen zurück zu führen. In den Jahren 1998 bis 2002 erfolgten keine Messungen. Im Juli 2003 und September 2005 ermittelte der isofloc-Anwendungstechniker Jürgen Küllmer die Holzfeuchten an den noch vorhandenen Messfühlern. Alle Werte lagen demnach im optimalen Bereich. Es war kein Auffeuchtungseffekt erkennbar. Die Wer-te lagen tendenziell unter den Messergebnissen aus vergleichbaren Zeiträumen in den ersten beiden Jahren. Der innere sd-Wert im Aufbau ohne Dampfbremse liegt etwas unterhalb von dem für Fachwerk-Innendämmung empfohlenen 0,5 bis 2m. Das führt in der Tauperiode zu einer etwas höheren Holzfeuchte als bei der Variante mit Dampfbremse, bringt jedoch auf der Nord-Westfassade, wo der Einfluss von Schlagregen den Eintrag der winterlichen Diffusion um ein Vielfaches überschreitet, ein höheres Austrocknungspotential nach innen. Hinzu kommt, dass der Zellulosedämmstoff die Tauwassermenge im Winter durch Erhöhung der Gleichgewichtsfeuchte reduziert und Befeuchtungen von außen aufnehmen kann und somit Gefach und Holz entlastet. Dies bestätigen die Autoren des ZHD-Berichtes in ihrer Gesamtbewertung, fordern jedoch für einige Messstellen weitere Beobachtungen. Sie erfolgten in den Jahren 2003 bis 2005 und belegen die dauerhafte Funktionstüchtigkeit einer Innendämmung auf Sichtfachwerk mit Zellulosedämmstoff „Isofloc“ auch bei Dämmdicken bis 13cm. Ein weiterer Beleg für die Vorteile der diffusionsoffenen Bauweise mit feuchtedynamischen Baustoffen.