Flocken für die Umwelt

Artikel vom 12.09.2008 aus der HNA (Kreis Kassel) von Holger Schindler www.hna.de

isofloc wird 25 Jahre alt - Zeitungspapier hilft Energie sparen

Lohfelden. isofloc steht für einen ökologischen Dämmstoff, der in Gebäude-Hohlräume geblasen wird und so vor Wärmeverlusten schützt. Seit 25 Jahren gibt es das Zellulose-Produkt, der Name ist über die Region hinaus bekannt. „Wir sind zwar ein mittelständisches Unternehmen, aber unsere Markenbekanntheit ist fast so groß wie bei Tempo-Taschentüchern“, sagt isofloc-Geschäftsführer Ahmed Al Samarraie selbstbewusst. Der gebürtige Kaufunger ist seit einem Jahr Geschäftsführer des in Lohfelden ansässigen Unternehmens.

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isofloc Geschäftsführer Ahmed Al Samarraie

18 Prozent mehr
Während die Papierschnipsel in all den Jahren gleich geblieben sind, hat die Firma Höhen und Tiefen durchschritten. Seit einer Insolvenz im Jahr 2002 und Querelen um die Geschäftsführung 2006 geht es laut Al Samarraie jetzt wieder kräftig bergauf. Im vergangenen Jahr wurden 6,8 Millionen Euro mit den umweltfreundlichen Zelluloseflocken umgesetzt. Im laufenden Jahr liege man 18 Prozent über den Vorjahreswerten. 700 000 Euro hat die Firma 2007 am Firmensitz Am Fieseler Werk 3 investiert: Neue Produktionstechnik, ein größeres Lager, neue Software fürs Kundenmanagement wurden angeschafft. Geplant sei, das bisher gemietete 20 000 Quadratmeter große Gelände von der Spedition Ullrich zu kaufen. Der Standort Lohfelden biete der isofloc Wärmedämmtechnik GmbH genügend Spielraum für die Zukunft. isofloc will „um den Faktor 2“ wachsen, für die nächsten Jahre sei eine Verdopplung geplant.

Geringer Energieeinsatz
Einfach werde das nicht, meint Al Samarraie. Zwar sei man „in einem Wachstumsmarkt tätig“, aber der hohe Qualitätsanspruch solle erhalten bleiben. isofloc wird seine Dämmflocken auch künftig nicht in Baumärkten anbieten. Hausbesitzer müssen sich eines von bundesweit 500 zertifizierten Fachbetrieben bedienen, die von isofloc geschult wurden.
Technologisch hat sich in den 25 Jahren einiges getan. So wurden Einblastechnik, Flockenproduktion und Aufbereitungstechnik verbessert. Das ist auch nötig, meint Al Samarraie. Denn das Zeitungspapier als Ausgangsmaterial sei durch den gewachsenen Recyclinganteil schlechter geworden. Nur durch innovative Technik könne man daraus gute Zellulosefasern gewinnen. Neben gesetzlichen Vorgaben wie der Energieeinsparverordnung könnten auch die hohen Energiekosten den Wachstumsschub unterstützen. Denn anders als Konkurrenzprodukte wie Glas- und Steinwolle, bei denen unter hohen Energieeinsatz Glas und Basalt geschmolzen und zersponnen werden, ist für die Zelluloseflocken aus Altpapier nur ein geringer energetischer Einsatz notwendig.

Am Wochenende ist erstmal Feiern angesagt. 500 geladene Gäste werden zum Jubiläum bei isofloc in Lohfelden erwartet.

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StichwortDämmstoff aus Zeitungspapier

Der Rohstoff für die isofloc-Dämmflocken sind alte Tageszeitungen. Sie werden zunächst zerkleinert, dann mit Borsalzen vermengt und mit einer hochentwickelten Mühlentechnik aufgefasert. Die so entstandenen Zelluloseflocken werden in 12,5-Kilo-Pakete verpackt und am Einsatzort in Gebäudehohlräume geblasen. Die losen Flocken passen sich Oberflächen optimal an und sorgen wegen des hohen Luftanteils im Winter wie im Sommer für eine gute Wärme/Kälte-Dämmung. (hog)

HintergrundVom Außenseiter zum Marktführer

Die Idee der Wärmedämmung mit Zellulose-Flocken ist nicht neu. isofloc hat sie aufgegriffen und in 25 Jahren zu einem standardisiertem Verfahren entwickelt. Begonnen hatte alles in Hirschhagen (Hess. Lichtenau) mit einer aus Kanada importierten Altanlage zur Gewinnung von Zellulosefasern. Im Laufe der Jahre hat isofloc viel Zeit und Geld in die technische Verfeinerung des Verfahrens investiert.
Heute produziert isofloc in Lohfelden als Marktführer mit einem 60-Prozent-Anteil in Deutschland bei ökologischen Dämmstoffen. 33 Mitarbeiter sind bei isofloc beschäftigt in Produktion, Marketing und Vertrieb, Schulung von Handwerkern sowie Forschung und Entwicklung. (hog)

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