Die Baustoffe in der Bundesrepublik Deutschland werden aufgrund von Normprüfungen auf Ihre grundsätzliche Brennbarkeit geprüft und klassifiziert. Grob wird hier zwischen brennbaren (B-Baustoff) und unbrennbaren Baustoffen (A-Baustoff) unterschieden. Dabei ist diese Klassifizierung ein Kriterium für die Beurteilung in der Brandentstehungsphase (direkte Beflammung des ungeschützten Baustoffes.
Aufgrund des hohen organischen Anteils von isofloc ist es naturgemäß ein brennbarer Baustoff (Baustoffklasse B2, normal entflammbar nach DIN 4102-1). So wie Massivholz, die meisten Holzwerkstoffplatten und viele andere Dämmstoffe auch. Daran werden auch die zukünftigen europäischen Normen nichts ändern. Somit darf isofloc nach den Landesbauordnungen in den meisten Gebäuden eingesetzt werden. Ausnahmen mit der Forderung "unbrennbare Dämmstoffe" gibt es bei höheren Gebäuden, Gebäuden besonderer Nutzung und im Industriebau. Durch die Verkohlung und die Borsalzimprägnierung kommt es bei Beflammung von Zellulosedämmstoff isofloc auf der Oberfläche zur Kohlebildung, wie das vom Holzbrand her bekannt ist.
Der Dämmstoff verglimmt oberflächlich zu Holzasche. Die Holzasche hat einen sehr hohen Schmelzpunkt, der ein Schmelzen selbst bei sehr hohen Temperaturen verhindert. Der oberflächlich verglommene Dämmstoff behält dadurch die Dämmstoffstruktur und damit auch die dämmende Wirkung bei hohen Temperaturen. Der Glimmprozess in das Innere des Dämmstoffes wird durch diese Einflüsse verlangsamt und die Abbrandrate reduziert sich. Was jedoch wie bei Holz im Brandfall als Vorteil (Schutzwirkung der Kohleschicht) angesehen wird, bedeutet für den Brandprüfer Zerstörung. Deshalb trägt die Baustoffklasse dem eigentlich guten Brandverhalten nicht angemessen Rechnung.
Das gute Brandverhalten wird weiterhin durch Feuerwiderstandsklassen von F30 bis F 90 geprüfter isofloc-Konstruktionen dokumentiert. Die benötigten Beplankungen für die entsprechenden F-Klassen sind nicht aufwendiger als für z.B. die unbrennbaren Glaswolldämmstoffe, da die bereits bei ca. 600°C schmelzen und die Holzkonstruktion dem Feuer preisgeben, während isofloc nicht schmilzt und je nach Konstruktion die F-Klasse aktiv verlängert. Diverse Brandfälle belegen das gute Brandverhalten von isofloc. Einige sind in einem Sonderdruck aus der Isoliertechnik 3/98 (Naturbaustoffe und Brandschutz, Brandverhalten von Zellulose überzeugt Bauherren, Behörden und Feuerwehr) dokumentiert.
Diese und die Ergebnisse der Bauteilversuche belegen auch, dass die prinzipielle Brandlast (freigesetzte Energie durch den Zellloseanteil) von isofloc kein Problem darstellt! Der brandverzögernden Wirkung durch den Verkohlungseffekt wird größere Bedeutung beigemessen, so dass nach Brandvorführungen vor Bauherren, Behörden und Berufsfeuerwehren schon viele Ausnahmegenehmigungen erteilt wurden. isofloc wurde daraufhin schon oft in Bauvorhaben eingesetzt, wo eigentlich aufgrund der Gebäudeklasse und Nutzung unbrennbare Dämmstoffe (A-Baustoff) gefordert waren. So z.B. im Kurhaus Bad Elster wobei isofloc in einem späteren realen Brandfall dort seine positiven Eigenschaften beweisen konnte, so dass auch das neue Dach später wieder mit isofloc gedämmt werden durfte (Dokumentation im o. g. Artikel) oder z.B. auch bei über 15 Mehrfamilien-Reihenhäusern im sozialen Wohnungsbau in Rüsselsheim.
Link zum Brandtestfilm.
Schriftliche Unterlagen zu diesem Thema:
- Prüfung der Baustoffklasse B2 für isofloc L (T-B-A02)
- Prüfzeugnisse der F-Klassen F 30 bis F 90 für viele Bauteile Sonderdruck aus der Isoliertechnik 3/98 (Naturbaustoffe und Brandschutz, Brandverhalten von Zellulose überzeugt Bauherren, Behörden und Feuerwehr)