Auch bei Temperaturen über 800 ° Celsius blieben in den beschriebenen Bränden Sparren und Pfetten unversehrt, nur an deren feuerzugewandten Oberflächen bildeten sich Ruß- oder dünne Verkohlungsschichten. Diese holztypische, nämlich brandverzögernde Eigenschaft kennzeichnet auch den Zellulosedämmstoff: er glimmt bei der Beflammung oberflächlich, bildet aber keine eigene Flamme. Brandschutzprüfungen zeigen weiterhin, dass selbst wenn eine Beplankung versagen sollte, die schützende Wirkung des Zellulosedämmstoffes noch über einen längeren Zeitraum bestehen bleibt. A-Dämmstoffe, wie z.B. Glaswolle mit einem Schmelzpunkt von 600 ° Celsius, bieten dagegen nach Zerstörung der Beplankung keinen Beitrag zur Verlängerung der Brandwiderstandsdauer mehr. Fazit: die Klassifizierung nach A und B greift zu kurz, erst die Qualität der Bauteile erlaubt eine realistische Bewertung des Brandverhaltens von Material und Konstruktion.



