Wer glaubt, dämmen zu können, wie es ihm beliebt, der täuscht sich. Nicht nur im Neubau, sondern auch bei bestehenden Gebäuden sind die gesetzlichen Bestimmungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) zu beachten. Wenn das Dach neu gedeckt, gedämmt oder innenseitig eine neue Bekleidung aufgebracht wird, dann muss mindestens ein Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert) von 0,3 W/(m²K) erreicht werden. Die notwendige Dämmstärke hängt von der Art des Dämmstoffes ab, doch 16 Zentimeter Dämmung braucht man in der Regel mindestens.
Dabei gibt es fast immer Probleme mit einer zu geringen Sparrenhöhe. Lediglich in Ausnahmefällen erlaubt der Gesetzgeber bei einer Dämmung zwischen den Sparren, dass einfach nur die höchstmögliche Dämmschichtdicke eingebaut wird. Ansonsten müssen die Sparren entweder aufgedoppelt werden oder die Dämmung wird auf oder unter die Sparren gelegt. Am praktikabelsten ist meist die Mischform. Das bedeutet, dass oft das Dach neu gedeckt werden muss.
Auch reicht die vorhandene Konstruktion für die zusätzlichen Lasten statisch meist nicht mehr aus. Sie muss verstärkt oder gar erneuert werden. Angesichts der Einsparpotenziale lohnt sich die Investition aber – und sie macht unabhängig vom Preiskarussell der Energielieferanten. Alle Dämmstoffe haben eine positive Energiebilanz; die im Laufe ihrer Lebenszeit eingesparte Energie ist viel größer als der Aufwand für Herstellung und Transport. Es gibt viele Dämm-Materialien: mineralische Stoffe, künstliche Schäume und die große Gruppe der natürlichen Dämmstoffe. Um den nachwachsenden Rohstoffen eine Chance zu geben, wird eine Reihe von Dämmstoffen durch ein staatliches Markteinführungsprogramm mit 35 (Kategorie I) beziehungsweise 25 Euro pro Kubikmeter (Kategorie II) gefördert.
In einer Sache können wir bereits ohne Test Entwarnung geben: Die Mineralfaserstäube der heute angebotenen Produkte stehen nicht mehr im Verdacht, krebserregend zu sein. Sie sind besser biolöslich, das heißt die Fasern lösen sich bei Kontakt mit Körperflüssigkeit relativ schnell auf und verlieren so ihre gesundheitsschädigende Wirkung.
ÖKO-TEST wollte wissen, wie gut die Produkte dämmen und inwieweit mit den unterschiedlichen Dämmstoffen auch Schadstoffe ins Haus kommen. Wir schickten daher 24 Dämmstoffe, die allesamt für das geneigte Dach geeignet sind, in verschiedene Labore.





