Zelluloseflocken bis unter die Ziegel


Rathaus Kassel

Jahr für Jahr wird Energie verschwendet, weil Wärme über ungedämmte Dachflächen entweicht. Dies wollte man im Kasseler Rathaus nicht länger hinnehmen: Rund 4000m2 Dachflächen und oberste Geschossdecken des Rathausaltbaus erhielten im Winter 2001/02 eine Wärmedämmung aus isofloc Zelluloseflocken. Erst drei Jahre später erfolgte die Umdeckung, bei der die Dämmung erhalten blieb.

Mit freundlicher Genehmigung SBM VERLAG GmbH, Magazin Baustoff Partner, Ausgabe Juli 2006 Internet-Link: www.sbm-verlag.de
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Der Zustand der Dachziegel am Kasseler Rathaus war im Jahre 2000 noch so gut, dass eine vollständige Neueindeckung noch nicht zur Disposition stand. Das Hochbauamt suchte nach Wegen, auch die Dachschrägen ohne umfangreiche Arbeiten an der Dachhaut wärmedämmtechnisch zu sanieren. Man entschied sich für eine Einblasdämmung, bei der Zelluloseflocken in einer Dämmstärke von 20cm (Sparrenhöhe und Lattung) unmittelbar unter die vorhandenen Ziegel geblasen werden. Dafür müssen weder das Dach noch die Innenverkleidung großflächig abgenommen werden. Der Einblasschlauch gelangt vom Spitzboden aus in die einzelnen Dachgefache.Dass eine solche Dämmkonstruktion, bei der die Ziegel nicht hinterlüftet sind, für einen gewissen Zeitraum ohne Nachteile für den Dachstuhl funktioniert, garantiert der Dämmstoffhersteller isofloc Wärmedämmtechnik in Lohfelden bei Kassel. Dort hat man das zu Anfang noch experimentelle Verfahren in den vergangenen 18Jahren zu einer bewährten Zwischenlösung entwickelt.

Kontrolle ist besser

Bis zur Umdeckung im Winter 2004/05 wurden diverse Feuchtemessungen am gedämmten Dachstuhl durchgeführt.
„Dabei hat sich bestätigt, was wir bei vergleichbaren Dachsanierungen über die Jahre hinweg beobachten konnten“, stellt Jürgen Küllmer, Leiter der Anwendungstechnik bei isofloc fest: Die Feuchtigkeit der Dämmschicht direkt unter den Ziegeln reagiert auf die äußeren klimatischen Bedingungen wie Regen und Sonneneinstrahlung. Zum Sommer hin trocknet die Konstruktion dann immer wieder vollständig aus, sodass keinerlei Schäden an Dachstuhl und Dämmung entstehen. Bei der nachträglichen Wärmedämmung des Kasseler Rathausdaches wurden rund 4000 Sack isofloc-Zellulosedämmstoff in die Dachschrägen ein- und auf die Decken aufgeblasen. „Für die Dachschrägen kam ein Produkt mit einer speziellen Rezeptur zum Einsatz, um den erhöhten Anforderungen an den Feuchteschutz gerecht zu werden“, erläutert Jürgen Küllmer.

Interimslösung in Kassel hat sich bewährt

Auf den Decken wurden die Zelluloseflocken in einer Dämmstärke von 20cm auf die Decke aufgeblasen, wo sie offen liegen bleiben. Da die Wärmedämmung auf diese Weise sehr schnell aufgebracht werden kann, ist sie auch besonders kostengünstig. Neben dem Kämmerer profitierten auch die Mitarbeiter in den Dachbüros: Im Winter strahlen die gedämmten Wände keine unangenehme Kälte mehr ab und im Sommer verhindert die Zelluloseschicht ein übermäßiges Aufheizen der Räume.

Guter sommerlicher Wärmeschutz

Der gute sommerliche Wärmeschutz ist laut Hersteller eines der besten Argumente für eine isofloc-Dämmung im Dach. Nicht zuletzt wegen dieser effektiven Wärmedämmung im Dach erhielt das Kasseler Rathaus im Juli 2004 als erstes in Deutschland den Energiepass. Im Winter 2004/05 wurde die alte Eindeckung komplett erneuert. Sukzessive wurde die alte Eindeckung entsorgt und eine diffusionsoffene Unterspannbahn auf die alten Ziegellatten als neue Dämmschutzschicht eingebaut. Die eingeblasene Dämmdicke blieb also erhalten. Darauf folgten neue Konter- und Ziegellatten sowie die neuen Eindeckung. Die eingebaute isofloc-Wärmedämmung bis gegen die Eindeckung geblasen stellt zwar rein konstruktiv eine Interimslösung dar, sie bleibt jedoch auch bei der Umdeckung erhalten und ruft, so betont man bei isofloc, keine weiteren Kosten hervor.

Im hinteren Bereich die neue Eindeckung, vorne die neue Dämmschutzschicht mit Konterlattung. Darunter die verbliebene abgedeckte isofloc-Wärmedämmung.

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Mit freundlicher Genehmigung SBM VERLAG GmbH, Magazin Baustoff Partner, Ausgabe Juli 2006
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Die isofloc-Konstruktionen erreichen mit normalen Konstruktionsdicken Feuerwiderstandsdauern von F 30-B bis F 90-B. Für ca. 300 Konstruktionsvarianten Dach, Decke, Wand liegen konkrete Prüfzeugnisse mit der Anleitung zur Ausführung der Konstruktion vor. Bei Beflammung ist Zellulosedämmstoff feuerhemmender als z.B. die Glasfaserdämmstoffe, die üblicherweise z.B. ins Dach eingebaut werden.

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